Förderung
Erläuterungen zum Herdenschutz Wolf

In Ergänzung unserer Artikel im InfoAgrar 05/2020 und 06/2020 folgende Klarstellungen:

  • Die Förderung dient der Erhaltung der Weidewirtschaft, wie sie derzeit betrieben wird, damit sie trotz der Anwesenheit des Wolfs weiter betrieben wird. Betriebe, die erst mit der Weidehaltung beginnen, erhalten hier keine Förderung.
  • Gefördert werden nur Investitionen zur Verhinderung von Wolfsangriffen gemäß den Anforderungen der Versicherungen zum notwendigen Grundschutz gegen den Wolf.
  • Gefördert werden nur Investitionen, die fachlich begründet und verhältnismäßig sind in Bezug auf die Anzahl der zu schützenden Nutztiere. Dabei wird nur der Außenzaun der Weidefläche gefördert (sog. Außenschutz), nicht der Innenzaun zur Portionierung der Weide.
  • Gefördert wird nicht die Umzäunung aller Koppeln, sondern nur der Umfang der beiden größten Feldstücke (auf einer Koppel stehen die Tiere und in die andere Koppel sollen sie nach Aufbau des mobilen Zaunes umgetrieben werden).
  • Flächen, die nicht wolfssicher eingezäunt werden können, müssen von den Mitarbeitern der Weideschutzkommission der LfL begutachtet und schriftlich dokumentiert werden. Diese Flächen sind vom Weidetierhalter zur Begutachtung bei Herdenschutz@stmelf.bayern.de anzumelden. Erst wenn sie begutachtet und amtlich dokumentiert sind, wird im Falle eines Übergriffs durch den Wolf der Schaden von der Versicherung übernommen.
  • Auch wenn festgestellt wird, dass eine Fläche nicht wolfssicher eingezäunt werden kann, soll der Weidetierhalter den Zaun trotzdem so gut wie möglich wolfssicher herrichten. Er bekommt dazu auch die entstehenden Kosten über die Förderung ersetzt.
  • Die Errichtung einer sockellosen Einfriedung (elektrifizierter Festzaun, mobiler Elektrozaun) ist für landwirtschaftliche Betriebe im Sinne des Baurechts (sog. privilegierter Landwirt nach BauGB) verfahrensfrei und bedarf keiner Baugenehmigung. In allen anderen Fällen (Einfriedung mit Sockel, kein ldw. Betrieb) muss die Errichtung der Einfriedung durch den Weidetierhalter baurechtlich beantragt und genehmigt werden.
  • Im Naturschutzgebiet muß jeder Festzaun von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Unterfranken genehmigt werden (Vorlage der Anfrage bei der UNB Rhön-Grabfeld).
  • Der Landkreis Rhön-Grabfeld lehnt grundsätzlich jede Einfriedung von Zaunpfosten auf seinen Eigentumsflächen ab, notwendige Einzelfälle bei der UNB vorbringen. Bei privaten Verpächtern ist jeder Pächter selbst für die Einhaltung seiner Pachtauflagen verantwortlich.
  • Beachten Sie auch die Restlaufzeit Ihres Pachtvertrages. Der geförderte Festzaun muss 10 Jahre lang dem Förderzweck entsprechend als Weidezaun genutzt werden. Betreibt der folgende Pächter auf ihrer Weidefläche nur Schnittnutzung, muß der Festzaun abgebaut und die anteilige Förderung zurückgezahlt werden. Ein mobiler Zaun (Zweckbindung 5 Jahre) vermeidet dieses Problem, weil er auch auf anderen Flächen verwendet werden kann.
Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf