Hinweise zur Saatgutsituation
Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) - Maßnahmen B48/B61

Blühende Wiese

Im Rahmen der AUM-Antragstellung 2020 wurden knapp 12.000 Hektar für die Maßnahmen B48/B61 "Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur" neu beantragt. In den vergangenen Wochen zeichnete sich ab, dass für fünfjährige Blühmischungen nur ein Teil des benötigten Qualitätssaatguts vorhanden sein wird.

Von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und den Zeichennutzern der "Qualitätsblühmischungen Bayern" (QBB) wurden daher zu den bisherigen QBB-Blühmischungen für die Maßnahmen B48/61 zwei spezielle Sondermischungen für das Jahr 2020 entwickelt:
  • Lebendiger Acker - Sondermischung 2020
    (eher hochwachsende Mischung)
  • Lebendiger Waldrand - Sondermischung 2020
    (niedrigwachsende Mischung)
Beide sind für mehrjährig zur Verfügung stehende Flächen im Offenland oder an Waldrändern konzipiert. Die Mischungen sind ab sofort im Handel bestellbar.

Weitere Informationen zu den QBB-Blühmischungen - Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link

In Summe über alle B48/B61-QBB-Mischungen steht damit im Jahr 2020 für ca. 8.000 ha Saatgut zur Verfügung.

Da auch mit den beiden genannten Sondermischungen die Nachfrage nicht ganz befriedigt werden kann, ist Folgendes zu beachten:

  • Betriebe mit B48-Blühflächen, bei denen der Verpflichtungszeitraum zum Jahreswechsel 2019/2020 endete, können ihre Bestände im Falle einer Neubeantragung dieser Maßnahme im Jahr 2020 über einen Zeitraum von bis zu zwei Kalenderjahren (also 2020 und 2021) erneuern. Es wird daher dringend empfohlen, bestehende Blühflächen 2020 beizubehalten.
  • Bei stark verunkrauteten Flächen hat der Landwirt die Problemfläche am zuständigen AELF anzuzeigen. Das zuständige Sachgebiet Fachzentrum Agrarökologie (L3.2) legt für die Neueinsaat die notwendigen produktionstechnischen Maßnahmen schriftlich fest. Die Flächen mit Verunkrautung können frühestens nach dem 30. Juni gemulcht werden. Zur Vorbereitung für die Aussaat der Blühmischung im Folgejahr (2021) kann bereits im Herbst eine Bodenbearbeitung erfolgen. Der Einsatz von chemischem Pflanzenschutz ist generell nicht möglich.
  • Wurde der Bestand einer B48-Blühfläche, bei welcher der Verpflichtungszeitraum zum Jahreswechsel 2019/2020 endete, allerdings bereits gemulcht bzw. umgebrochen, ist die Neueinsaat im Jahr 2020 durchzuführen.
Brache mit Selbstbegrünung
Kann der Nachweis in Form einer schriftlichen Bestätigung des Landhändlers erbracht werden, dass kein QBB-Saatgut mehr verfügbar war, ist im ersten kompletten Verpflichtungsjahr (Kalenderjahr 2020) auch eine Brache mit Selbstbegrünung möglich. Die Flächen sind weiterhin mit dem NC560 im FNN zu codieren.
Erstmals teilnehmende Betriebe
Analog verhält es sich mit Betrieben, die erstmalig an der Maßnahme B48 bzw. B61 teilnehmen und kein Saatgut bekommen. Betriebe mit dieser Form der Brache bzw. einem beibehaltenen Altbestand einer bisherigen B48-Fläche müssen dann aber zwingend die Aussaat von QBB-Blühmischungen im Jahr 2021 vornehmen. Die Vorbereitung der Fläche (Mulchen, Bodenbearbeitung) darf erst nach dem 31. Dezember 2020, ausgenommen Flächen mit Problemverunkrautung, erfolgen.