Wie bewältigt unser Wald den Klimawandel?

Waldabteilung Rehgraben

Waldabteilung Rehgraben, unweit des Sambachshof

Dieser Frage wollten die Schülerinnen und Schüler einer 7. Klasse der Grabfeld-Mittelschule Bad Königshofen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christiane Schmalen im nahegelegenen städtischen Wald auf den Grund gehen.

Unterstützung kam dabei vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt a. d. Saale durch den Abteilungsleiter Wilhelm Schmalen, den zuständigen Revierförster Herbert Gessner sowie Forstreferendar Andreas Kuhn, die die Klasse betreuten.

Im kühlen Schatten der Waldabteilung Rehgraben, unweit des Sambachshof erklärte Schmalen den Jugendlichen, dass Waldbäume Lebewesen sind, die langsam wachsen und daher auf schnell ändernde Lebensbedingungen nur sehr träge reagieren können.

Wie sehen die Wälder der Zukunft aus?

Das Ziel der Forstverwaltung, so stellte es Schmalen den Schülern dar, sind Wälder, welche sich an die rasch ändernden Klimaverhältnisse der Zukunft anpassen können, also naturnahe Mischwälder mit einem breiten Baumartenspektrum.

Welche Arten in der Abteilung Rehgraben wachsen, mussten die Schüler dann selbst herausfinden.

Spiegelgang
Dazu wanderten sie in kleinen Gruppen durch den Waldbestand und bestimmten an Hand von Rinde, Blättern und Früchten die verschiedenen Baumarten.
Im Plenum der Klasse wurde dann erläutert, dass Buchen und Eichen mit ihrem tiefreichenden Herz- und Pfahlwurzelsystem langanhaltende Trockenphasen besser überstehen als die flachwurzelnden Fichten.
Im anschließenden „Spiegelgang“, bei dem die Jugendlichen mit Hilfe eines kleinen Spiegels den Blick in das Kronendach hatten, fiel Ihnen auf, dass die Baumarten verschiedene Kronenformen ausbilden, wodurch Lichteinfall und Stabilität des Waldbestands beeinflusst werden.

Den Förstern war es wichtig, den Jugendlichen auch die Schutzfunktionen des Waldes im Hinblick auf drohende Naturgefahren wie Starkregen nahe zu bringen.

Dies gelang mit einem eindrucksvollen Modellversuch, bei dem die Schüler zwei identische Siedlungen an einem Hang nachbauen durften.
Umgeknickte, tote Buche
Die eine Siedlung mit einem Schutzwald darüber, die andere mit angrenzender landwirtschaftlich genutzter Fläche.
Danach ließ man es kräftig regnen.
Während die Siedlung mit dem Schutzwald, der als Wasserspeicher dient, keinerlei Schäden davon trug, wurde die andere Siedlung von den Schlammmassen überschwemmt.
An einer umgeknickten, toten Buche ging Schmalen am Ende auch noch auf den Beitrag des Waldes zur Artenvielfalt ein.
Für alle Beteiligten war dieser Vormittag im Wald ein gelungenes Erlebnis, der die Wichtigkeit und Vielfalt unserer Wälder für die Zukunft, fühlbar machte.